Wohnbauprojekt und Städtebauförderung Bobingen-Siedlung

Ortsverein

Zum geplanten und umstrittenen Wohnbauprojekt sowie zur Attraktivitätssteigerung in der Siedlung erreichten uns zahlreiche Zuschriften. Wir geben diese in leicht gekürzter Form und größtenteils wortgetreu wieder.  

Falls das Landratsamt das Projekt durchwinken sollte werden die Bemühungen zur Steigerung der Attraktivität der Siedlung konterkariert. Sie würde meiner Einschätzung nach städtebaulich in zwei Teile zerfallen. Den eh schon weniger idyllischen Teil rund um die 60er Jahre Architektur von Kirche, Schule und Wertach-Zentrum, dessen Anwohner auch Straßenlärm von der Straßberger Straße ertragen müssen, sowie den ursprünglichen Kern der Siedlung im Bereich Dr. Kämpf Straße, mit vergleichsweise lockerer und niedriger Bebauung, viel mehr Grün und Ruhe.

Dieser Gegensatz würde noch verschärft. Obendrauf verlieren die alten Wohnblöcke bei einer Aufstockung ihren Bestandsschutz hinsichtlich der Stellplätze und es muss eine wahre Parkplatzwüste ausgewiesen werden. Es ist ja nicht die Aufstockung mit zwei Vollgeschossen und Flachdach alleine. Die versiegelte Tristesse rundherum in Kombination mit der Verklotzung wird erschreckend wirken.

Daher mein Appell: Wenn das so kommt, dann bitte ich die Bobinger SPD eindringlich mit dem Förderprogramm für die Siedlung zu klotzen und dieses auch zu beschleunigen. Umso wichtiger wäre es dann nämlich, dass die Stadt Bobingen auf ihrem Grund Asphaltflächen zurück baut, Straßen verschmälert, mit Sträuchern und Bäumen begrünt und Ecken mit Blumenrabatten usw. aufwertet. Auch Details wie hübsche Sitzbänke, modernere Straßenbeleuchtung usw. können entscheidend dazu beitragen, das Stadtbild der Siedlung noch zu retten. Zu retten, was zu retten ist. Dem öffentlichen Raum kommt hier meiner Ansicht nach die entscheidende Rolle zu.

Ich möchte mir aber gar nicht ausmalen welch trauriges Bild die Siedlung hier einmal abgibt, wenn Aufstockung und 150 neue Parkplätze kommen und die Stadt, wegen der unendlich langen und langsamen Planungsprozesse, am Ende zu keinen erheblichen Maßnahmen greift, sondern im Grunde der öffentliche Raum bleibt wie er ist. 

Bitte betreiben Sie als SPD Schadensbegrenzung, wo immer es kommunalpolitisch möglich ist. Im Hauptort wurde die Hochstraße toll aufgewertet, jetzt sollte die Siedlung an der Reihe sein.

Ich habe aus der AZ erfahren, dass die Sanierung der öffentlichen Bereiche der Siedlung endlich angeschoben wurde. Als Bürger und Wähler möchte ich Sie bitten nun zu klotzen. Die Siedlung steht am Scheideweg. Zu nah an Hauptort und Augsburg, auch zu dicht bebaut, um Menschen auf der Suche nach ländlichem Idyll anzuziehen, leider auch zu nah am Hauptort um ein eigenes Versorgungszentrum zu bilden.

Die Banken sind weg, der Hausarzt ist weg, die Apotheke ist weg, es finden sich keine Nachfolger. Nicht nur wegen überregionaler Entwicklungen, die Siedlung selbst ist als Standort mäßig attraktiv und ist daher kein Anziehungspunkt. Eine Abwärtsspirale aus mäßigem Angebot, mäßiger Nachfrage, und immer so weiter.

Die Siedlung darf kein Schlafdorf am Waldrand werden. Gleichzeitig hat sich über Jahrzehnte auch ein sichtbarer Sanierungsstau gebildet. Öffentliche Wege sind sichtlich marode, Straßen zu breit, hingegen fehlt es an Straßenbäumen. Die Straßenbeleuchtung ist veraltet, sie ist gleichzeitig zu dunkel - Straßen selbst sind spärlich ausgeleuchtet - und paradoxerweise trotzdem zu hell. Die veralteten Bestandsleuchten streuen nämlich das Licht in Gärten und Fenster anliegender Grundstücke, wo es unerwünscht ist und Lichtverschmutzung und Stromverschwendung bedeutet.

 
 

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