Unterschriftenaktion: Raiffeisenbank kommt Bürgern in Bobingen-Siedlung und Straßberg entgegen

Veröffentlicht am 17.12.2017 in Kommunalpolitik

Als die Vorstandschaft des SPD-Ortsvereins Bobingen im November von der geplanten Schließung der Raiffeisenbank-Filialen in Straßberg und Bobingen-Siedlung erfahren hatte, entschloss man sich kurzerhand zur Initiierung einer Unterschriftenaktion gegen das Vorhaben. Neben dem aus der Sicht vieler Menschen in den betroffenen Stadtteilen völlig unzureichenden Kommunikationsverhalten der Raiffeisenbank, war es vor allem auch die Nachricht vom Abzug der Geldautomaten, die viele Bürger und Kunden dazu bewegte, sich in die ausliegenden Unterschriftenlisten einzutragen. Anfang Dezember nun konnten die Initiatoren der Aktion eine 444 Unterschriften umfassende Liste an die Verantwortlichen der Raiffeisenbank Bobingen übergeben.

Im Rahmen eines ebenso intensiven wie konstruktiven Gespräches, an dem von Seiten des SPD-Ortsvereins und der SPD-Fraktion Edmund Mannes, Armin Bergmann und Helmut Jesske teilnahmen, legte Hans-Jürgen Fröchtenicht als Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Bobingen nochmals ausführlich seine Beweggründe für die Entscheidung zur Schließung der Bankfilialen in Bobingen-Siedlung und in Straßberg dar. Dabei betonte er, dass die Aufrechterhaltung des Betriebes infolge mangelnder Auslastung aus betriebswirtschaftlicher Sicht unter keinen Umständen mehr zu verantworten sei – insbesondere auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Filiale in der Siedlung auch infolge der Schließung der örtlichen Sparkassenfiliale keinen nennenswerten Anstieg ihrer Kundenzahlen habe verbuchen können. Da die Geldautomaten in Straßberg und in Bobingen-Siedlung ein jeweils stark defizitäres Geschäft im höheren fünfstelligen Bereich aufweisen würden, sei hier ein weiterer Betrieb von Seiten der Bank aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen.

Gleichwohl, so sicherte Herr Fröchtenicht gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Franz Stellinger, zu, wolle man den von der Schließung betroffenen Kunden entgegenkommen und dazu beitragen, dass eine Versorgung mit Bargeld auch weiterhin sichergestellt sei. Hinsichtlich der Bargeldversorgung in Bobingen-Siedlung sicherten beide Raiffeisen-Vertreter zu, mit dem Betreiber des "Kauf Nah"-Supermarktes und dem Vermieter das Gespräch mit dem Ziel zu suchen, eine Lösung zu finden. Falls der Betreiber des Supermarktes ein eigenes Terminal einrichten wolle, kann sich die Raiffeisenbank vorstellen diesbezüglich auch finanziell unterstützend tätig zu werden. Wie unsere Nachfragen ergaben, ist dies bisher jedoch noch nicht geschehen. In Eigeninitiative des "Kauf-Nah"-Betreibers können bereits jetzt Kunden bei einem Einkauf in Höhe von 20 € weitere 180 € Bargeld direkt an der Kasse erhalten.

Im Zuge unseres Gespräches mit den Verantwortlichen der Raiffeisenbank Bobingen wurde eines abermals deutlich: Wer sich als Bürger wünscht, dass wir auch künftig Banken, Schuh- und Bücherläden sowie Super- und Elektromärkte vor Ort haben, der sollte diese in seinem Konsumverhalten auch berücksichtigen. Gerade in Anbetracht des vorweihnachtlichen Paket-Wahnsinns, der Amazon Milliardeneinnahmen in die Kassen spült, den Einzelhandel vor Ort jedoch oftmals in seiner Existenz bedroht, sollten wir uns dies einmal mehr vor Augen führen.