SPD-Fraktion bezieht Stellung zum Bobinger Hallenbad

Veröffentlicht am 04.02.2016 in Ratsfraktion

Der Neubau eines Hallenbades ist in absehbarer Zeit nicht darstellbar und zu realisieren (01.02.2016).

Wir kommen nach reiflicher Überlegung zu dem Ergebnis, dass der Neubau eines Hallenbades in absehbarer Zeit nicht darstellbar ist und zu realisieren sein wird. Dies unabhängig davon, ob mit der kostengünstigsten Variante von ca. 9 Mio. € oder mit der teuersten Variante von 15 Mio. € geplant wird.

Selbst wenn die Stadt Bobingen überhaupt keine Schulden hätte, müsste eine derart hohe in die Zukunft reichende Investition reiflich überlegt werden. Denn zu den reinen Investitionskosten kommen die jährlich anfallenden Betriebskosten hinzu (die Ausgaben belaufen sich auf bis zu 500 TSD € jährlich). Die Betriebskosten können letztlich nur über die Höhe der Eintrittspreise gedeckt werden. Fraglich an dieser Stelle ist, ob und inwieweit unsere Bürgerinnen und Bürger bereit sind, weitestgehend kostendeckende Eintrittspreise über viele Jahre hinweg aufzubringen.

Als Sofortmaßnahme schlagen wir vor, die Eintrittspreise des Hallenbades bereits mit Wirkung ab 01.03.2016 signifikant zu erhöhen. Im Eingangsbereich des Hallenbades und später auch im Eingangsbereich des Freibades sollte auf Schautafeln den Besucherinnen und Besuchern unserer Bäder anschaulich gezeigt werden, welche Kosten allein für den laufenden Betrieb anfallen und wie hoch dementsprechend kostendeckende Eintrittspreise sein müssten.

Aus den vorhandenen Rücklagen von 5 Mio. € sollte nach unserer Auffassung eine Sonderrücklage von 1 Mio. € gebildet werden, auf die im Bedarfsfalle sofort zurückgegriffen werden kann, damit eine möglichst lange Sicherstellung des Hallenbadbetriebes gewährleistet werden kann.

Wir haben es uns mit diesem Beratungsergebnis nicht leicht gemacht. Soweit wir zurückdenken können, gehören das Frei- und Hallenbad zu Bobingen. Zahlreiche Erinnerungen an unsere Kindheit und Jugend sind damit verbunden. Als gewählte Stadträtinnen und Stadträte müssen wir jedoch die Handlungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit unser Stadt Bobingen in den Vordergrund stellen. So muss man mit großem Bedauern feststellen, dass bei einem Neubau des Hallenbades die (finanzielle) Handlungsfähigkeit über Jahre sehr stark wenn nicht gar über die Maßen eingeschränkt werden würde.

Zu berücksichtigen ist auch, dass knapp 8 Mio. € in diesem Jahr an den Landkreis Augsburg als Kreisumlage abgeführt werden müssen. Das ist eine exorbitante Summe. Niemand kann vorhersagen, in welche Höhen die Kreisumlage allein schon zur Finanzierung der zugegebenermaßen notwendigen Maßnahmen zukünftig führen wird ohne an dieser Stelle näher darauf eingehen zu wollen, welche Maßnahmen der letzten Jahre und wohl auch künftig unter Wunsch und Prunk zu Lasten der Kommunen abgerechnet werden.

Ein weiterer Punkt ist, dass derzeit offenbar – noch - keinerlei Interesse daran besteht, für derartige nicht nur Freizeiteinrichtungen (erwähnt sei hier nur die Nutzung für Schulsport, Vereinssport, Wasserwacht, Polizei) über kommunale Grenzen hinweg gemeinsame Einrichtungen zu schaffen.