SPD besucht "Weingut II"

Veröffentlicht am 25.04.2013 in Lokalpolitik

Was sich nach einem Besuch eines Weingutes und fröhlicher Weinverköstigung anhört, führte die Besuchergruppe des SPD-Ortsvereins Bobingen an einen der dunkelsten Orte deutscher Geschichte.

Was sich nach einem Besuch eines Weingutes und fröhlicher Weinverköstigung anhört, führte die Besuchergruppe des SPD OV Bobingen, Schüler der Dr.-Jaufmann-Mittelschule-Bobingen, SPD Kreisvorsitzenden Roland Mair und die Witwe des Willi-Ohlendorf-Preisträgers 2012, Elfriede Barnickel-Schafranek, an einen der dunkelsten Orte deutscher Geschichte.

Unter dem Decknamen "Weingut II" hatte das NS-Regime ab 1944 einen gigantischen Erdbunker auf dem Gelände des heutigen Bundeswehrstandortes "Welfenkaserne" in Landsberg zur Fertigung von Jagdflugzeugen errichten lassen. 21.000 Gefangene des KZ-Dachau und seiner Außenlager mussten als Arbeitssklaven unter grausamsten und menschenverachtenden Umständen diesen Giganten aus Beton und Stahl errichten. Ca. 6500 Gefangene fanden hierbei bis zur Befreiung durch die US-Army am 24.April 1945 leidvoll den Tod.

Die Bunkeranlage "Weingut II", die nach der Gründung der Bundeswehr und in der Zeit des "Kalten Krieges" zum Atombunker ausgebaut und hier die Raketensysteme stationiert worden waren, ist heute militärgeschichtliche Sammlung und Erinnerungsstätte an die NS-Verbrechen.
Besonderer Dank gebührt Herrn Oberstleutnant Roletschek für seinen authentischen Vortrag, seiner Führung durch den Bunker und die Tatsache, dass dem kürzlich verstorbenen Pfarrer Friedrich Schafranek, der selbst als KZ-Häftling im Außenlager Kaufering auf "Weingut II" arbeiten musste, durch die militärgeschichtliche Sammlung ein ehrendes Gedenken bereitet wird. (18.04.2013 O.Schu.)