Geschichte des OV

Die Anfänge der Sozialdemokratie in Bobingen

Erste Namen von Bobinger Sozialdemokraten finden sich in den Gemeinderatsniederschriften aus dem Jahre 1919. Es waren dies die Vertreter der „Mehrheitssozialdemokratischen Partei“, die Genossen Füchsle, Reith und Schwimmbeck. Vom 19.02.1920 datiert der erste aus dem Archiv der Stadt ersichtliche Antrag der Mehrheitssozialdemokratischen Partei“. Er betraf die Holznutzungsrechte. In diesem Antrag setzten sich Bobingens Sozialdemokraten für eine gerechte und soziale Verteilung des im Gemeindegebiet zur Verfügung stehenden Nutzholzes ein. Im Jahr 1923 war die „Mehrheitssozialdemokratische Partei“ in Bobingen bereits so weit etabliert, dass sie in der Person des Maurers Lorenz Füchsle, Bobingen, HsNr. 238 einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen konnte. 1929 erreichten Bobingens Sozialdemokraten 291 von 1129 abgegebenen Stimmen und stellten mit Lorenz Füchsle, Werner Daniel und Johann Wildegger drei Gemeinderäte.

Das historische Foto zeigt Pius Spatz, den Großvater des SPD-Stadtrates Stefan Wild im Jahre 1929.

Die Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung Bei den Wahlen im April 1933 erreichte die SPD wieder drei von zehn zu vergebenden Gemeinderatssitzen. Johann Wildegger, Ludwig Lehrl und Klemens Etschmann wurden gewählt. Ersatzleute waren Martin Geh, Jakob Gasteiger und Michael Schäffer. Bereits am 24.07.1933 erhielten die Gewählten ein Schreiben folgenden Inhalts, das der damalige, mit Hilfe der SPD gewählte Bobinger Bürgermeister Renz unterzeichnen musste: Mit Verordnung des Reichsministeriums des Inneren zur Sicherung der Staatsführung vom 7. Juli 1933 ist die Zuteilung der Sitze an die Sozialdemokratische Partei Deutschlands für unwirksam erklärt worden. Entsprechend dieser Verordnung des Bezirksamtes Schwabmünchen vom 18. Juli 1933 Nr. 3227 eröffnen wir Ihnen, dass Ihr Amt als Mitglied des Gemeinderates Bobingen bzw. als Ersatzmann erloschen ist. Damit endete das erste Kapitel der SPD Bobingen, dessen Anfang durch den Einsatz für soziale Gerechtigkeit und demokratische Freiheit beim Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung geprägt war und an dessen Ende die Verteidigung eben dieser Rechte lag. In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland, also in den Jahren 1933 bis 1945, war eine parteipolitische Betätigung im Sinne des sozialdemokratischen Gedankens nicht möglich. Die Schergen des sog. 1000-jährigen Reiches unterbanden dies mit Brachialgewalt.

Die Nachkriegszeit Nach all dem Leid, das dieses menschenverachtende Regime über Deutschland und durch den von ihm ausgelösten Zweiten Weltkrieg fast über die ganze Welt gebracht hat, waren es nicht zuletzt Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die mit Tatkraft daran gingen, ein neues Deutschland zu bauen. Für die Bobinger Sozialdemokraten sei hier stellvertretend der unvergessene Michael Schäffer genannt, der mit ungebrochenem Willen an vorderster Stelle sofort mit der Aufbauarbeit im Sinne des sozialdemokratischen Gedankens begann. In der Liste der Gemeinderatsmitglieder der Gemeinde Bobingen vom 28.07.1945 sind Sozialdemokraten bereits wieder vertreten. Bei den Wahlen am 27.01.1946 wurden über 30 % der abgegebenen Stimmen erreicht. Michael Schäffer, Paul Plüm und Eugen Kärn bildeten die erste Nachkriegsfraktion der Bobinger SPD im Gemeinderat. Auch der SPD-Ortsverein wurde wieder aktiviert und konnte unter seinem Vorsitzenden Rüber und dessen Nachfolger Luible 1949 bereits wieder 158 Mitglieder aufweisen. Die SPD stellte 1948 sechs von 16 Gemeinderäten - darunter mit Anna Müller die erste Frau im Bobinger Gemeinderat - und in Georg Hartmann bis zu dessen Rücktritt im Jahr 1955 den Ersten Bürgermeister. So war es der Bobinger SPD möglich, in den schweren Nachkriegsjahren maßgeblich am Aufbau unserer Gemeinde und heutigen Stadt Bobingen mitzuwirken. Schwerpunkte wurden dabei im Wohnungsbau, dem Siedlungswesen und in der Eingliederung der Heimatvertriebenen gesetzt. 1965 wurde in Straßberg ein SPD-Ortsverein gegründet, dessen Vorsitz Josef Grotzer übernahm. Im Zuge der Gemeindegebietsreform ging dieser Verein in der Bobinger SPD auf. Mit Xaver Grußler stellte die SPD 1966 den Dritten Bürgermeister. Im damaligen Marktrat waren noch Josef Keppeler, Franz Kraus, Karl Philipp, Michael Schäffer und Johann Wildegger, der Sohn des gleichnamigen Gemeinderates aus den Jahren nach 1929 vertreten. Mit Michael Schäffer verstarb 1970 der letzte bereits in der Zeit vor 1933 politisch tätige Bobinger Sozialdemokrat.

Nach der Gemeindegebietsreform 1972 Bei den Kommunalwahlen 1972 wurde Hartmut Gärtner zum Ersten Bürgermeister der Stadt Bobingen gewählt. Die Bobinger SPD erreichte bei der Stadtratswahl ihr bisher bestes Ergebnis und stellte 11 Stadträte. Es waren dies: Franz Altheimer, Harald Beutler, Karl Eder, Franz Grosser, Xaver Grußler, Emmi Hocke, Franz Kraus, Karl Philipp, Anton Schrall, Dr. Theo Tekaat und Johann Wildegger. Hartmut Gärtner war bis 1996 unser Erster Bürgermeister der Stadt Bobingen. Er setzte sich bei den Wahlen 1978, 1984 und 1990 souverän gegen die jeweils anderen Kandidaten durch. In dieser Zeit hat die SPD viel für die Bobinger Bürgerinnen und Bürger erreicht. Es galt, gleichwertige Lebensverhältnisse in den eingemeindeten Ortsteilen Straßberg, Burgwalden, Reinhartshausen, Waldberg und Kreuzanger zu verwirklichen. Wichtige und zukunftsweisende Projekte waren: Sanierung der Wasserversorgung, Neubau der Kläranlage, Bau der Realschule, die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete, Bau neuer Sportanlagen, Sicherung des Gesundheitswesens durch eine erfolgreiche Führung des städt. Krankenhauses. Bei den Kommunalwahlen 1996 konnte die jahrzehntelange Tradition sozialdemokratischer Kommunalpolitik mit der Wahl von Bernd Müller zum Ersten Bürgermeister fortgesetzt werden. Bestätigt durch die Wahlen 2002, 2008 und 2014 konnte Bernd Müller das wohl ehrgeizigste Projekt auf den Weg bringen. Die Sanierung, Modernisierung und den Umbau der Innenstadt. Der Erhalt des städtischen Krankenhauses Bobingen und seine Fortführung ab 2006 in einem gemeinsamen Kommunalunternehmen mit der Stadt Schwabmünchen wäre ohne den Einsatz von Bernd Müller nicht möglich gewesen.

Der SPD-Ortsverein Bobingen Die Vorsitzenden seit 1945 waren: Hans Rüber, Josef Luible, Georg Hartmann, Michael Schäffer, Klaus Bunk, Hans Egon Wengenrot, Jakob Vöst, Johann Wildegger, Hans Vielreicher, Karl Philipp, Franz Altheimer, Günther Geisler, Max Wessinger, Peter Grosser, Edmund Mannes, Helmut Jesske, Otto Schurr. Seit Juni 2017 ist Armin Bergmann Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bobingen

Bürgermeister, Gemeinderäte, Markträte, Stadträte der SPD-Bobingen: 1919–33: Klemens Etschmann, Lorenz Füchsle, Ludwig Lehrl, Michael Reith, Adam Schwimmbeck, Johann Wildegger, Ersatzmänner: Jakob Gasteiger, Martin Geh, Michael Schäffer 1947: Eugen Kärn, Paul Plüm, Michael Schäffer 1948 Erster Bürgermeister Georg Hartmann, Eugen Kärn, Anna Müller, Paul Plüm, Michael Schäffer, nachgerückt Anton Kratzer 1950: Erster Bürgermeister Georg Hartmann, Josef Eigner, Anton Kratzer, Anna Müller, Michael Schäffer, Karl Ziegler 1952: Erster Bürgermeister Georg Hartmann, Josef Eigner, Anton Kratzer, Richard Kufner, Anna Müller, Michael Schäffer, Karl Ziegler, nachgerückt Karl Deiglmayr 1956: Josef Eigner, Michael Schäffer, Jakob Vöst, Karl Ziegler 1960: Josef Keppeler, Franz Kraus, Michael Schäffer, Jakob Vöst 1966: Dritter Bürgermeister Xaver Grußler, Josef Keppeler, Franz Kraus, Karl Philipp, Michael Schäffer, Johann Wildegger, nachgerückt Anton Schrall 1972: Erster Bürgermeister Hartmut Gärtner, Franz Altheimer, Harald Beutler, Karl Eder, Franz Grosser, Xaver Grußler, Emmi Hocke, Franz Kraus, Karl Philipp, Anton Schrall, Dr. Theo Tekaat, Johann Wildegger, nachgerückt Christian Oßwald 1978: Erster Bürgermeister Hartmut Gärtner, Harald Beutler, Franz Grosser, Xaver Grußler, Emmi Hocke, Franz Kraus, Anton Schrall, Herbert Schumann, Max Wessinger, Ludwig Wiedemann, Johann Wildegger 1984: Erster Bürgermeister Hartmut Gärtner, Harald Beutler, Georg Burkhard, Franz Grosser, Christian Oßwald, Anton Schrall, Herbert Schumann, Anton Spindler, Max Wessinger, Johann Wildegger, nachgerückt Dr. Theo Tekaat 1990: Erster Bürgermeister Hartmut Gärtner, Dritter Bürgermeister Harald Beutler, Georg Burkhard, Herta Füchsle, Christian Oßwald, Anton Schrall, Dr. Theo Tekaat, Max Wessinger, Johann Wildegger 1996: Erster Bürgermeister Bernd Müller, Harald Beutler, Georg Burkhard, Herta Füchsle, Peter Grosser, Edmund Mannes, Christian Oßwald, Dr. Theo Tekaat, Max Wessinger, nachgerückt Hanna Kretschmer, Ortssprecher Reinhartshausen: Volker Pellmann 2002: Erster Bürgermeister Bernd Müller, Georg Burkhard, Herta Füchsle, Peter Grosser, Helmut Jesske, Ludwig Kratzer, Hanna Kretschmer, Edmund Mannes, Christian Oßwald, Max Wessinger, Bernhard Zobel. 2004 für Max Wessinger nachgerückt: Franz Strehler. 2006 für Christian Oßwald nachgerückt: Nikolaus Karl 2008: Erster Bürgermeister Bernd Müller, Herta Füchsle, Johanna Kretschmer, Christian Burkhard, Helmut Jesske, Ludwig Kratzer, Edmund Mannes, Robert Schreiber, Stefan Wild, Bernhard Zobel. 2012 für Edmund Mannes nachgerückt: Petra Burat. 2012 Übertritt Johanna Ludl in die SPD-Fraktion. 2014: Erster Bürgermeister Bernd Müller, Johanna Kretschmer, Christian Burkhard, Helmut Jesske, Ludwig Kratzer, Edmund Mannes, Johanna Ludl, Petra Burat, Otto Schurr, Dr. Stefan Wild. 2018 nachgerückt für Petra Burat: Werner Wildegger. 2019 nachgerückt für Ludwig Kratzer: Stefanie Schleich. 2019 nachgerückt für Dr. Stefan Wild: Arif Diri.

 

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